Wandern im Februar: Ruhe, Winterlicht und überraschend viele Möglichkeiten

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Wandern im Februar: Ruhe, Winterlicht und überraschend viele Möglichkeiten Einleitung & Hintergrund Wandern im Februar klingt für viele nach klammen Fingern, kurzen Tagen und Wegen, die man besser meidet. Gleichzeitig ist der Februar einer der unterschätztesten Wander­monate überhaupt. Die Natur ist stiller, die Wege leerer, und wer bereit ist, sich ein wenig anzupassen, bekommt etwas, das in der Hochsaison kaum noch existiert: Raum. Raum zum Gehen, Denken, Beobachten. Historisch war das Wandern in Mitteleuropa lange stark saisonal geprägt. Frühling und Sommer galten als die „richtigen“ Wanderzeiten, der Winter eher als Pause. Erst mit besserer Ausrüstung, präziseren Wetterdaten und einem wachsenden Bedürfnis nach naturnaher Erholung jenseits der Hauptsaison hat sich das langsam verschoben. Heute ist der Februar kein Randmonat mehr, sondern eine bewusste Entscheidung. Dieser Artikel richtet sich an Menschen, die bereits wandern, nicht an absolute Einsteiger. An alle, die sich...

Sarajevo im Bauchgefühl – Ein Abend, ein Fluss, eine Brücke

Sarajevo im Bauchgefühl – Ein Abend, ein Fluss, eine Brücke

Ich bin geflogen – nicht im übertragenen Sinn, sondern ganz real. Baden-Airpark, kleines Terminal, alles entspannt. Mein Ziel: SarajevoDas Jerusalem Europas, eine Stadt die du gesehen haben musst in Bosnien. Ein Land, das ich nicht verstehen wollte, sondern fühlen.

Ich liebe Baden Airpark: Klein, schnell, nah an Karlsruhe.


Gelandet bin ich abends. Schon beim Aussteigen dieser Geruch von feuchtem Stein und nassem Laub – der Balkan. Mein Taxi wartete, der Fahrer schweigsam, die Stadt draußen dämmrig, geheimnisvoll. Es ging direkt ins Courtyard Marriott Hotel, modern, sauber, funktional. Ich bekam meine Zimmerkarte und fiel wie ein Stein ins Bett. Kein Plan, kein Ziel. Nur mein Bauchgefühl sollte entscheiden.


Der Blick von der 7. Etage des Courtyard Marriott Hotels in Sarajevo.


Am nächsten Morgen: nur ein Kaffee. Unten in der Hotelbar, direkt beim Empfang. Draußen: grauer Himmel, eine Mischung aus kühler Luft und feuchter Geschichte. Ich zog meine Jacke enger und ging los – einfach los.

Mein Ziel? Der Fluss. Die Miljacka. Schmal, aber voller Geschichte. Ich beschloss, flussaufwärts zu gehen – gegen den Strom. Irgendwie passend.

Schon nach zehn, fünfzehn Minuten das erste Highlight: die Lateinerbrücke – Latinska ćuprija. Eine zierliche, osmanische Steinbrücke mit vier Bögen, unscheinbar fast. Doch hier – genau hier – begann das 20. Jahrhundert. An diesem Ort erschoss Gavrilo Princip am 28. Juni 1914 den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand. Ein junger Mann, ein Schuss – und Europa ging in Flammen auf.

Hier also stand Gavrilo Princip und veränderte die Welt.


Heute? Ist Gavrilo Princip ein Held? Ein Terrorist? Oder ein getriebener Idealist? Die Meinungen in Sarajevo sind geteilt. An einer Marmorplatte steht sein Name. Keine großen Worte, nur ein Hinweis: Hier veränderte sich die Welt.

Ich blieb lange stehen. Vielleicht, weil dieser Ort mehr erzählt als jedes Museum.

Von dort führte mein Weg weiter – immer entlang der Miljacka, vorbei an bunten Fassaden, alten Moscheen, renovierten Altbauten, kleinen Cafés. Die Stadt verläuft eng zwischen den Hügeln, sie zieht sich wie ein Gedicht durch ein schmales Tal.

Meine Route für 90 Minuten Flusswanderung (einfach und zurück):

  • Start: Lateinerbrücke

  • Weiter zur Kaiserbrücke (Careva ćuprija) – die älteste Brücke der Stadt, erbaut im 16. Jahrhundert.

  • Am Nationalmuseum von Bosnien und Herzegowina vorbei, mit Blick auf das Holiday Inn Sarajevo – ein Symbol der Belagerung von 1992.

  • Kurze Pause im Veliki Park – die größte grüne Lunge der Innenstadt.

  • Wendepunkt: Die moderne Festina Lente-Brücke, ein architektonisches Highlight mit Symbolik für Balance und Geduld.

Dann ging ich denselben Weg zurück – aber wie immer ist der Rückweg ein anderer. Man sieht mehr, fühlt tiefer. Und Sarajevo? Hat mich nicht nur bewegt, sondern mitgezogen.

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