Wandern für Anfänger: Ausrüstung, Planung und Wanderarten im Überblick
Wandern ist mehr als nur ein Sport – es ist eine Reise zu sich selbst und in die Natur. Ob du Gipfel erklimmst, durch dichte Wälder streifst oder an glitzernden Seen entlangwanderst: Es wartet pure Freiheit. Die Bewegung an der frischen Luft stärkt Körper und Geist, und jede Route bietet neue Abenteuer. Von gemütlichen Spaziergängen bis zu anspruchsvollen Bergtouren ist Wandern eine ideale Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen und unvergessliche Erlebnisse zu sammeln.
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| Schmaler Wanderpfad entlang der Steilwände der Cares-Schlucht |
Die Ruta del Cares zählt zu den bekanntesten Wanderungen Nordspaniens und führt durch eine der eindrucksvollsten Schluchten der Picos de Europa. Der Weg folgt dem Fluss Cares auf einem schmalen, in den Fels geschlagenen Pfad zwischen den Orten Poncebos in Asturien und Caín in Kastilien-León. Wer einmal an den Steilwänden entlanggegangen ist, versteht schnell, warum die Route regelmäßig zu den schönsten Wanderwegen Spaniens gezählt wird.
Ich bin diese Strecke selbst gewandert, im Rahmen längerer Aufenthalte in Asturien und Kantabrien, wo meine mütterliche Familie aus Renedo de Cabuérniga stammt. Die Nähe zu den Picos de Europa hat mich seit den ersten Kindheitssommern in der Region begleitet, und die Ruta del Cares gehört für mich zu den Touren, die man in Nordspanien einmal gemacht haben sollte.
Begleitet hat mich dabei Luis, "El Mecánico" — manche in der Gegend nennen ihn auch "Luis el de Herrera" —, der zwar aus Herrera bei Cabezón de la Sal stammt, aber schon lange in Renedo de Cabuérniga lebt. In der Gegend kennt ihn praktisch jeder — er kennt jede Gasse und jeden Hügel besser als Google Maps es je könnte. Gestartet sind wir in Poncebos bei der Garganta del Cares, wo wir vor der Tour noch einen Kaffee getrunken und uns mit zwei Flaschen Wasser ausgestattet haben. Ehrlich gesagt war ich ein bisschen stolz, mit Luis unterwegs zu sein — es hatte fast etwas von Prominentenbegleitung, so oft, wie Leute ihn erkannten und grüßten. Für mich persönlich war die Strecke gut zu bewältigen, aber ehrlich gesagt vor allem deshalb, weil Luis dabei war und sich beim Tempo immer nach dem langsamsten in der Gruppe richtet. Genau deshalb ist mein wichtigster Rat für diese Tour: Wer die Ruta del Cares zum ersten Mal geht, sollte sie wenn möglich mit jemandem absolvieren, der sich in der Region auskennt.
Der Ehrlichkeit halber: Wir sind nicht die komplette Strecke bis Caín gegangen, sondern haben irgendwann kehrtgemacht. Das tut dem Erlebnis keinen Abbruch — die Schlucht ist auch auf einem Teilstück beeindruckend, und man muss sich nicht unter Druck setzen, die volle Distanz zu schaffen, um die Tour genossen zu haben.
Die Ruta del Cares verläuft entlang eines historischen Bewässerungskanals, der einst für die Wasserversorgung eines Wasserkraftwerks angelegt wurde. Der Pfad ist dadurch auch heute noch überwiegend gut ausgebaut, streckenweise mit Geländer gesichert und führt durch mehrere kurze Tunnel im Fels. Auf der gesamten Länge begleitet der Fluss Cares tief unten in der Schlucht den Weg, während die Steilwände der Picos de Europa beidseitig aufragen.
Die Wanderung verbindet die Orte Poncebos (Asturien) und Caín (Kastilien-León). Der einfache Weg ist etwa 11 Kilometer lang, für Hin- und Rückweg ergeben sich damit rund 22 Kilometer. Da beide Ausgangsorte nicht direkt durch eine Straße verbunden sind, entscheiden sich die meisten Wanderer für Hin- und Rückweg von einem der beiden Orte aus, statt eine Einwegtour mit Rücktransfer zu planen.
Die Ruta del Cares gilt als landschaftlich beeindruckend, aber technisch moderat. Der Weg ist überwiegend breit genug für zwei Personen nebeneinander, verläuft jedoch an mehreren Stellen nah an Abgründen mit Blick in die Schlucht. Schwindelfreiheit ist hilfreich, absolute alpine Erfahrung jedoch nicht erforderlich. Die Höhenunterschiede entlang der Strecke sind moderat, die Herausforderung liegt eher in der Gesamtdistanz als in steilen Anstiegen.
Die Monate Mai bis Juni sowie September bis Oktober gelten als ideal, da die Temperaturen moderater sind als im Hochsommer und der Andrang deutlich geringer ausfällt. Im Juli und August ist die Route besonders an Wochenenden stark frequentiert, was den Charakter der Wanderung merklich verändert. In den Wintermonaten kann der Weg streckenweise durch Schnee oder Eis erschwert sein, insbesondere in schattigen Passagen.
Poncebos ist über die Straße von Arenas de Cabrales gut erreichbar und verfügt über Parkplätze am Ortsrand. Caín liegt auf der gegenüberliegenden Seite der Picos de Europa und ist über Kastilien-León zugänglich. Viele Wanderer übernachten vor der Tour in Arenas de Cabrales oder Cangas de Onís, beides gute Ausgangspunkte für weitere Ziele in den Picos de Europa.
Wer von Kantabrien aus anreist, sollte die Fahrt selbst nicht unterschätzen: Die Zufahrtsstraßen in den Picos de Europa sind sehr kurvenreich. Ich verbringe seit rund 50 Jahren meine Urlaube in Kantabrien und Asturien und werde auf dieser Strecke trotzdem fast immer etwas seekrank. Kurze Stopps an den Miradores entlang der Strecke helfen, sich zwischendurch zu erholen, und bieten nebenbei schöne Ausblicke. Auch abends, nach der Wanderung, sind wir noch einmal an der Bar der Garganta del Cares eingekehrt — und wieder kannte Luis gefühlt die halbe Gegend.
Feste Wanderschuhe mit griffiger Sohle sind Pflicht, da der Untergrund streckenweise uneben und bei Nässe rutschig sein kann. Empfehlenswert sind außerdem ausreichend Wasser — insbesondere im Sommer, da der Weg über weite Strecken keinen Schatten bietet —, Sonnenschutz sowie eine leichte Jacke für die kühleren Tunnelabschnitte. Wanderstöcke sind nicht zwingend, können aber bei längeren Passagen die Gelenke entlasten.
An heißen Sommertagen ist Baden im Fluss eine beliebte Abkühlung — allerdings nicht direkt am Einstieg in Poncebos, wo der Cares recht steil und felsig ist. Die meisten weichen dafür flussaufwärts zu ruhigeren, flacheren Becken aus, die vom Weg aus zugänglich sind. Luis hat mir das vor dem Start so erklärt, und auf dem Rückweg haben wir tatsächlich eine Gruppe junger Männer mit zwei Hunden getroffen, die dort geschwommen und geplantscht sind. Das Wasser ist auch im Hochsommer sehr kalt, was aber offenbar niemanden abhält. Ich selbst habe es nicht gewagt und mich stattdessen ans Ufer gesetzt — im Nachhinein habe ich es ein bisschen bereut, dem Beispiel nicht gefolgt zu sein. Ein praktischer Hinweis am Rande: An einigen Stellen entlang des Flusses waren "Tabanos" (Bremsen) unterwegs, ein Insektenschutzmittel im Rucksack schadet also nicht.
Die Strecke ist rund 22 Kilometer lang für Hin- und Rückweg zusammen, zwischen den Ausgangsorten Poncebos und Caín. Die reine Gehzeit für den Hinweg liegt bei etwa 3,5 bis 4,5 Stunden.
Die Wanderung gilt als landschaftlich beeindruckend, aber technisch moderat. Der Weg ist gut ausgebaut und größtenteils breit, verläuft jedoch streckenweise nah an Abgründen, was Trittsicherheit voraussetzt. Für durchschnittlich fitte Wanderer ist die Strecke gut zu bewältigen.
Die Monate Mai bis Juni sowie September bis Oktober gelten als ideal, da die Temperaturen moderater sind als im Hochsommer und der Andrang geringer ausfällt. Im Juli und August ist die Route an Wochenenden stark frequentiert.
Beide Richtungen sind möglich. Von Poncebos aus beginnt die Tour mit einem moderaten Anstieg, von Caín aus mit einem Abstieg in die Schlucht. Viele Wanderer entscheiden sich für Poncebos als Start, um die Rückkehr bergab ausklingen zu lassen.
Ja, an ruhigeren, flacheren Flussabschnitten flussaufwärts von Poncebos wird gebadet, direkt am Einstieg ist der Fluss dafür zu steil und felsig. Das Wasser bleibt auch im Sommer sehr kalt.
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